Wie macht man eigentlich Olivenöl? Teil I

December 17, 2015
Olivenöl

Diese Frage höre ich immer wieder und die Antwort kommt nun in 2 Teilen. Erst die Ernte und danach der Pressvorgang.

Aber beginnen wir mal mit der Ernte. 2016 ist ein gutes Jahr.

Es ist ein Fest der Sinne … die neue Ernte zu riechen, zu schmecken nach der harten Arbeit in den Olivenbäumen ist das eine unglaubliche Freude.

Obwohl es vor der Ernte einige heftige Gewitter mit starken Windböen gab, waren unsere Oliven unbeschadet geblieben.

Was heuer anders war als in den anderen Jahren war der frühe Erntebeginn.

Ich denke, es muss wohl ein Zeichen des Klimawandels sein, dass die Ernte in diesem Jahr um gut 2 Wochen früher begann. Uns wurde immer wieder bestätigt, dass wir außergewöhnliche Bäume haben, da viele Olivenbauern in der Umgebung mit geringen Ernteerträgen zu kämpfen hatten.  Ich denke, dass sich der sorgsame Umgang mit den Bäumen und die chemiefreie Bewirtschaftung bezahlt machen. Wir verzichten ganz bewusst auf die Optimierung der Erträge zugunsten von Qualität und Nachhaltigkeit.

Unsere Erntezeit in Kobas wurde von herrlichem Wetter begleitet. Jeden Tag blauen Himmel und sehr, sehr angenehme Temperaturen zu erleben, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Ernte beginnt meist Ende Oktober, sobald die Oliven langsam ihre Farbe verändern  – von grün zu einem wunderschönen violett –

ist es Zeit die Planen unter die Bäume zu legen, die Olivenkämme , Kübel, Säcke und Leitern hervorzuholen und sich an die Arbeit zu machen. Die Planen werden zuerst unter den Bäumen aufgelegt.

Dann nehmen wir unsere Olivenkämme und kämmen die Oliven von den Zweigen. Wenn es, wie auch in diesem Jahr, wirklich viele Oliven sind, prasseln sie auf die Planen. Ich liebe dieses Geräusch!

Übrig bleiben nun die Oliven, die schwer zu erreichen sind, das heißt wir geben uns alle Mühe und steigen auf Leitern, klettern in die Bäume und verwenden alle möglichen Tricks um auch an die letzte Olive zu kommen.

Wenn sie schließlich alle auf den Planen liegen, schütten wir sie in Kübel und danach in Säcke. Die Säcke werden in den Schatten der Bäume gelegt und warten dort auf den Transport in die Ölmühle. Wichtig ist es, dass die Oliven nicht beschädigt werden da sie sonst zu oxidieren beginnen und damit die Qualität des Olivenöls nicht gewährleistet werden kann.

Da unsere Bäume auf Terrassen stehen, die weit den Berghang hinaufreichen, ist das Ernten dort besonders anstrengend.

Der Erntetag endet mit dem Einbruch der Dunkelheit. Sobald die Sonne verschwindet fallen die Temperaturen spürbar und die Feuchtigkeit, die vom Meer aufsteigt, legt sich wie ein Schleier über die Landschaft. Jetzt ist es Zeit nach Hause zu gehen und sich kurz auszuruhen.

Denn schon bald heißt es zur Ölpresse fahren.

Mehr darüber in Teil II.

Fortsetzung folgt ……

Sandra Stibor-Milovcic

Hat vor mehr als 10 Jahren begonnen ihren Traum zu leben. Alles begann mit der Renovierung der 300 Jahre alten Olivenpresse. Zuerst sollte es ein Raum für Kunst sein, doch als immer mehr Leute nach gutem Olivenöl fragten, schlug sie den Weg zur Olivenölproduzentin ein. Im Laufe dieser Zeit hat sie viel über die Arbeit mit Olivenbäumen gelernt, hat sich intensiv mit der Wirkung des Olivenöls beschäftigt, kennt tolle Rezepte und Tipps aus der Naturheilkunde.

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